Hexenmeister

 

Nach unserem heutigen Wissenstand gab es nie wirklich Hexer oder Hexenmeister. Sie sind Erfindungen von Autoren oder aber falsche Bezeichnungen für andere Tätigkeiten, die diese Männer ausführten. In dem Anhang an diesen Text wird man dafür einige Beispiele finden. In all unseren Recherchen sind wir in Bezug nur auf einen Titel gestoßen, der mit den Hexen wirklich in einer „Männlichen Verbindung“ steht und zwar der eines Lehrers oder eines Lehrenden.

 

Wir fanden Berichte über Männer, die Hexen ausbildeten, allerdings sich selber nicht als Hexen oder Hexer bezeichneten, geschweige denn als Hexenmeister. Viele Männer haben im Laufe der Zeit wohl versucht, an das Wissen und die Fähigkeiten von Hexen zu gelangen, oder es zu sammeln, wie die Kirche oder Adolf Hitler, allerdings konnten sie mit all dem immer nur bedingt oder gar nichts anfangen.

 

Die Lehrenden oder Lehrer vermittelten unserer Kenntnis nach Hexenwissen an Junghexen bzw. Schülerinnen der Hexenkunst, traten aber außer dieser Handlungen selber niemals in Erscheinung.

 

Hier noch ein kleiner Anhang von Wissen aus dem Internet über Hexenmeister:
 
Hexenmeister, Hexer sind laut der frühneuzeitlichen Hexenlehre männliche Hexen. Zum Teil werden sie auch als Zauberer, Zaubermeister, Drudner, Trudner oder schlicht als „Malefikanten” (Übeltäter) betitelt. Der Begriff Hexenmeister wird meist im Sinne von Hexer gebraucht, kann jedoch auch einen Hexenfinder bezeichnen.

 

Synonyme Begriffe

 

Die vielen Wörter für ‚männliche Hexe‘ rühren daher, dass ein Hexenmeister (siehe Goethes Zauberlehrling) eine männliche Hexe oder Zauberer als Meister seiner Kunst darstellt, während ein Hexer eine normale Person ist, die Hexenkräfte oder -fähigkeiten verwendet. Ein Drudner oder Trudner (um 1600 verwendet) gilt dagegen als ein Kräuterkundiger, aber dennoch ein Übeltäter. Im Laufe der Zeit vermischten sich beide Begriffe und sind heute gleichermaßen geläufig und anscheinend gleich. Schon in den Hexenprozessen der Frühen Neuzeit wurden sie gleichermaßen als „Übeltäter”, latinisiert als Malefikanten bezeichnet.

 

In alten Geständnissen kommt dieser Unterschied auch zur Geltung, so fabulierte Augustin Loß aus Plaidt 1629 in seinem Geständnis, „die wohlhabenden Hexen und Hexenmeister hätten in einem Palast diniert, er selbst habe nicht an diesem Tisch Platz nehmen dürfen”.

 

Männliche und weibliche Hexen

 

Der Anteil der Hexenmeister unter den Opfern der Hexenverfolgungen schwankt in den verschiedenen Regionen Europas und auch in zeitlicher Hinsicht. Zu Beginn der großen Hexenverfolgung, d. h. ungefähr um 1400, waren zunächst sehr viele Männer Opfer von Hexenverfolgung. Das lag vor allem auch daran, dass sich der Hexereiprozess aus dem Ketzerprozess entwickelt hatte und zunächst auch von der kirchlichen Inquisition geführt wurde. In Ketzerprozessen wurden meistens Männer angeklagt, nur selten Frauen. Zu Beginn der Neuzeit wurde Hexerei als ein gewöhnlicher Straftatsbestand betrachtet und zunehmend von der weltlichen Gerichtsbarkeit verfolgt; nun nahm der Anteil der Männer unter den Opfern rasch ab. Erst auf dem Höhepunkt der Hexenverfolgungen, in Deutschland in den 1620er Jahren, wurden auch wieder verstärkt Männer verfolgt. Insgesamt waren im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ungefähr ein Viertel aller wegen Hexerei Angeklagter Männer. In Frankreich lag der Anteil deutlich höher.

 

In Bamberg wurde 1627 das Drudenhaus ( Malefizhaus, Hexengefängnis) für die Inhaftierung von Hexen erbaut.

 

Hexenfinder

 

Als Hexenfinder oder Hexenkenner wurde eine Person bezeichnet, die vorgab, Hexen zu erkennen. Dies konnte nach reinem Augenschein, aber auch mit Hilfe magischer Mittel wie zum Beispiel der Wahrsagerei oder unter Zuhilfenahme von Hexenproben wie der Wasser- oder Nadelprobe geschehen.

 

Gelegentlich wurde als Bezeichnung einer solchen Person auch das Wort Hexenmeister verwandt.

 


Berichte über Hexenkenner und Hexenfinder

 

Deutschland

 

Die Verwendung des Wortes Hexenkenner ist in Deutschland für das 17. Jahrhundert bezeugt. So heißt es in einem Gerichtstext aus Westpreußen: „Im Jahre 1652 unterstützte der Danziger Rat das Schöffengericht in Baldenburg in einem Prozess gegen mehrere Hexen durch Sendung eines Hexenkenners.“

 

Aus dem Ende des 16. Jahrhunderts stammt ein Bericht der Werdenfelser Hexenverfolgungen, bei denen der Scharfrichter der Stadt Schongau als Hexenfinder eingesetzt wurde und drei Frauen als Hexen identifizierte. Der in den Werdenfelser Prozessen tätige Richter Kaspar Poißl zu Atzenzell beschreibt den Scharfrichter mit den Worten, er könne „solche zauberische Personen außerhalb der Tortur auf den Augenschein notdürftig erkenne[n]“ – er sah es ihnen also an – und „dass er sich des Werkes schon zu Schongau unternommen und aus fürstlichem Befehl dort bereits Hexen hinweg gerichtet habe“. Zusätzlich zu diesem Scharfrichter wurden für die Prozesse später noch „ein in Hexensachen erfahrener Mann“ aus Biberach und „der von Hall in Tirol“ berufen. Aufgrund ihrer Tätigkeit wurden zwischen den Jahren 1590 und 1591 50 Frauen verbrannt und der Ehemann einer der Frauen gerädert.

 

England

 

In Essex und East Anglia in England war Matthew Hopkins (1621–1647) als Hexenfinder tätig; er bezeichnete sich selbst als Witch Finder General. Zunächst arbeitete er recht erfolglos als Anwalt, begann aber im Jahr 1645 für seine Dienste als Hexenfinder zu werben. Hopkins hielt nach Dämonen, Hexenmalen und nach „Schutzgeistern“ (englisch familiars) der Hexen Ausschau. Als familiars wurden Tiere wie zum Beispiel Hunde, Katzen, Krähen oder Kröten angesehen. Er arbeitete mit zwei Gehilfen, John Stearne und Mary Phillips, die die verdächtigten Personen nach Hexenmalen untersuchten. Bei seinen Untersuchungen wandte er vorzugsweise die Wasser-, aber auch die Nadelprobe an. Hatte er eine Hexe identifiziert, wurde diese auf einem Stuhl oder Tisch gefesselt und beobachtet, ob Teufel, Dämonen oder Schutzgeister sich zeigten.

 

Schon seit seiner ersten Untersuchung regte sich Unmut, weil man über seine Entlohnung in Höhe von 40 Schilling pro Untersuchung und einer Extrazahlung pro Verurteilung beunruhigt war. So publizierte im Jahr 1646 der Geistliche John Gaule ein Buch, in dem er sich kritisch zu den Grausamkeiten der Hexenverfolgungen und speziell den Praktiken von Hopkins äußerte. Als Antwort veröffentlichte Hopkins im Jahr 1647 ein Traktat in dem er beteuerte, es gehe ihm nur um die Vernichtung des Bösen, keinesfalls aber um den finanziellen Aspekt seiner Tätigkeiten.

 

Auf eine in den Gemeinderatsakten erwähnte Petition vom 26. März 1649 aus Newcastle geht die Verpflichtung eines Mannes aus Schottland zurück, der vorgab, Hexen mit Hilfe der Nadelprobe identifizieren zu können. Pro verurteilter Person verlangte er 20 Schillinge. Infolge seiner Untersuchungen wurden 15 Frauen und ein Mann in Newcastle als der Hexerei schuldig befunden und hingerichtet. Nach den Prozessen reiste dieser Mann nach Northumberland, wo er weitere Frauen als Hexen identifizierte. Doch es regten sich Zweifel an seinen Fähigkeiten, so dass er nach seiner Flucht nach Schottland dort verhaftet und vor Gericht gestellt wurde. Er wurde nach seinem Geständnis, über 220 Frauen als Hexen überführt zu haben, als Betrüger verurteilt und zum Tod am Galgen verurteilt.

 

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